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Schwarz­blau­er Ries­ling

Schwarz­blau­er Ries­ling

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Die Schwarze aus Heidelberg

Die Schwarze aus Heidelberg

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Forschungsergebnisse Andreas Jung

Status

Galt in Deutschland als gänzlich unbekannt und war bis 2008 ausgestorben

Fundsituation

Die Sorte hat mit zwei sehr alten Exemplaren an einem der ältesten, wurzelechten Riesling-Weinberg an der Mittelmosel auf Schwarzschiefer überlebt. Beschrieben wurde sie als "Blaue Vorzügliche" vom österreichischen Ampelographen Franz Trummer 1855, der die Sorte als "Schwarze aus Heidelberg" bekommen hatte. Der Schwarzblaue Riesling dürfte sehr alt sein und zu den Sorten gehören, die, wie die Côt und Malbec, Opfer der Kleinen Eiszeit geworden sind. Deshalb haben sie nur reliktisch in den wintermildesten Weinlagen Deutschlands überlebt. Die uralte, ausgesprochen wertvolle Rebsorte war bereits im 19. Jahrhundert in Deutschland eine Seltenheit. Sie könnte an der Mosel jedoch noch aus der altfränkischen-germanischen Zeit stammen.

Herkunft und Verbreitung

Der Schwarzblaue Riesling dürfte schon seit dem Frühmittelalter in den Kerngebieten der Moselfranken, Rheinfranken, Karolinger und Alemannen, also in der Champagne, in Lothringen-Elsass und im mittleren und oberen Rheintal (Pfalz, Kurpfalz) verbreitet gewesen sein. "Noir Menué" bedeutet jedoch keineswegs Kleinscharze, sondern Rebe der Nairi (Neyre) und Menua. Verfolgt man die Geschichte dieser Urvölker findet man einen Ursprung in Nordchina und am Indus. Letztendlich wird diese Ursorte zu einer Rebsorte Armeniens, dessen antike Bewohner nach der Eroberung durch die Assyrer und Urartäer in direkter Verbindung zu den Normannen (Normandie), Allemannen (Allemand), Mayer, Germanen, Tra-mini und Aminäern des spätantiken Europas stehen.

Eigenschaften

Die Sorte weist einen vergleichsweisen schwachen Wuchs und recht kleine, an Riesling erinnerende Blätter auf. Sie dürfte einen frischen, gut mit Wasser und Nährstoff versorgten, lehmigen Lößboden oder dauerfeuchten Schieferboden bevorzugen. Die kleinen, zylindrischen Trauben tragen kleine, runde, blauschwarze Beeren, die bei Vollreife Mitte September sehr süß werden und nicht zur Fäulnis neigen. Die Frucht ergibt einen wundervollen, nach Cassis schmeckenden Wein mit hohem Gütepotenzial. Die Sorte benötigt wohl eine vor harten Winterfrösten geschützte Mittellage am Hang. Das geringe Ertragspotential wird durch die Neigung zu Zwillingstrauben etwas kompensiert.