Bitte drehen sie Ihr Gerät.

Blau­er Häng­ling

Blau­er Häng­ling

060

Die große Unbekannte

Die große Unbekannte

Wie weit wir sind

Entdeckt
Im Aufbau
Im Anbau
Erlebbar

Partnerwinzer

Forschungsergebnisse Andreas Jung

Status

War in Deutschland ausgestorben und ist ampelographisch schwer greifbar.

Fundsituation

Diese zuvor unbekannte Sorte wurde nur einmal in Deutschland gefunden: im Weinbaugebiet Höhnstedt, Sachsen-Anhalt. Die Sorte wurde ohne beschreibenden Text als Blauer Hängling abgebildet, portraitiert um 1850 von den Gebrüdern Kreuzer aus Maribor. Stoltz beschreibt sie 1854 als Mohrendutte (Olivette) aus dem Elsass, bringt sie dann aber in einen falschen Zusammenhang mit dem Blauen Urban in Württemberg und dem blauen Poulsard der Franche Compté (Pendoulot, Olivette). Die im Elsass damals lokal verbreitete Sorte soll im Jura mit den Savagnins, den Trousseaux und mit Enfariné (Meunier, Bourgogne, Nerre) im Mischsatz gestanden haben.

Herkunft und Verbreitung

Die nur bildhafte Dokumentation in der Steiermark und die falschen Gleichsetzungen mit anderen Sorten machen es schwierig etwas zur Geschichte des Hänglings herauszufinden. Der Name Hängling passt jedenfalls zu den lang herunterhängenden Trauben. Vermutlich haben wir es beim Hängling mit einem Vertreter der mittelalterlichen Sortengruppen der Tressiaux oder Trussiaux zu tun, die mit den Pineaux und Gamez kurz nach dem verheerenden Magdalenenhochwasser aus dem Despotat Romania (Albanien) in die angevinischen Weingärten an der Loire exportiert wurden.

Eigenschaften

Die Sorte weist einen mittelstarken Wuchs bei guter Holzreife auf. Die recht großen, lockeren, an Merlot erinnernden Trauben hängen an langen Stielen und manchmal kürz geflügelt. Die ovalen, hartschaligen Beeren bleiben aber eher klein, so dass die Sorte bis ende September gut ausgereift ist und mit rund 100°Oe einen ausgesprochen vielschichtigen, würzig-erdigen, tanninreichen dunklen Rotwein ergibt.