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Schwar­zer Mal­va­sier

Schwar­zer Mal­va­sier

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Schwarzer König der Mauren

Schwarzer König der Mauren

Wie weit wir sind

Entdeckt
Im Aufbau
Im Anbau
Erlebbar

Forschungsergebnisse Andreas Jung

Status

Die Sorte galt in ihrer historischen Identität als ausgestorben und wurde 2008 am Kaiserstuhl wiederentdeckt.

Fundsituation

Drei Pflanzen im Kaiserstuhl, wovon zwei Reben in einem Bestand des roten, grauen und weißen Elblings wuchsen, der mittlerweile nach Flurbereinigung gerodet wurde. Eine Pflanze stammt aus einer privaten Sammlung.

Herkunft und Verbreitung

Diese Rebsorte dürfte ihren europäischen Ursprung in Spanien haben und vielleicht über das Rhônetal in die Schweiz eingeführt worden sein. Theoretisch denkbar ist eine Einfuhr während der Kreuzzüge aus Cypern oder direkt aus dem Heiligen Land nach Angers und Saumur. Im Namen Saumur spiegeln sich die Mauren, weil die Stadt nach Samarra am Tigris benannt ist. Also vieles spricht für eine Einführung im Frühmittelalter als das Oberrheintal, das Königreich Burgund, die Westschweiz, Teile der Nordschweiz und das Piemont von den Mauren und Sarrazenen besetzt waren.

Eigenschaften

Sie ist fruchtbar und blühfest, aber aufgrund der recht kleinen, meist einfachen Trauben eher ertragsarm. Sie reift mit dem Portugieser mittelfrüh, also Ende August bis Mitte September, erreicht jedoch deutlich höhere Zuckergrade. Feuchtes Septemberwetter verträgt sie aufgrund der frühen Reife nicht. Der Name Malvasier steht für vorzügliche Weinqualitäten und dürfte nicht unpassend gewählt sein, wird die Frucht doch als delikat, gewürzig, malvasierartig oder nach Freiherr von Gok als süß und weinig beschrieben.