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Schle­hentrau­be

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Stierblut der Karpaten

Stierblut der Karpaten

Wie weit wir sind

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Im Anbau
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Forschungsergebnisse Andreas Jung

Status

In Deutschland bis 2010 ausgestorben.

Fundsituation

Assoziiert mit Süßschwarz, Lagler und Heunisch an der Saale, eingestreut im südlichen Steigerwald mit Lemberger, verwildert im Taubertal und am Main bei Schweinfurth mit Chatus.

Herkunft und Verbreitung

Die Sorte stammt aus dem Tokay, wo sie Hauptsorte der dortigen Rotweinproduktion war. Sie gehört zum Komplex von Römer-Welschen oder Schlehentrauben, die im Mittelalter fester Bestandteil der Sortenmischung in Zentraleuropa waren. Die Sorte dürfte von deutschen Siedlern oder vom Deutschritterorden nach Tauberfranken, sowie von Zisterziensern ins Rheintal, ins Elsass und nach Lothringen geschickt worden sein. An der Saale könnte sie ein Mitbringsel der Wenden sein.

Eigenschaften

Sie weist einen eher schwachen Wuchs und kleine Blätter auf und benötigt eine kräftige Unterlage. Die Trauben sind vergleichsweise lang, etwas locker, mit kleinen, schlehenblauen, bei uns mittelspät bis spät reifenden, fäulnisresistenten Beeren. Vermutlich resistent gegen die Kirschessigfliege. Die Sorte benötigt eine gute Lage und ist frosthart. Von manchen Winzern wurden die Kleinschwarzen (Csoka) der Kadarka vorgezogen, die damals als edelste Sorte galt.